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Herbert Mustermann

Barrierefreie Einrichtung planen

Genug Bewegungsfreiheit in den eigenen vier Wänden ist eine Grundbedingung zum Wohlfühlen. Dies gilt im Besonderen in strategischen Bereichen, wo viel aktive Bewegung stattfindet, wie zum Beispiel in der Küche, im Bad, vor Betten und Schränken oder bei Türen. Ideal sind Bewegungsflächen von 150 x 150 cm. Sie ermöglichen im Fall des Falles auch die problemlose Nutzung eines Rollstuhls oder Rollators. In jedem Fall sollten Sie Ihren individuellen Bewegungsraum bei der Detailplanung von Einrichtung und Ausstattung berücksichtigen.

Lachendes Paar vor barrierefreier Einrichtung an ergonomischer Küchenspüle

Bad und WC anpassbar planen

Denken Sie bei der Planung von Badezimmern an die spätere Anpassbarkeit. Moderne Bäder bieten optimalen Zugang zu allen Sanitärobjekten und sind schwellenfrei. Sie verfügen über erweiterte Bewegungsflächen, die sich auch überlagern dürfen. Um WC oder Waschtisch bei Bedarf durch senioren- bzw. behindertengerechte Sanitärobjekte austauschen oder Stütz-/Haltegriffe anbringen zu können, sind Wände tragfähig und Leitungssysteme entsprechend technisch vorbereitet. Bei WCs erleichtern spezielle Vorwandinstallationen die spätere Montage. Günstig sind Türen, die nicht in Sanitärräume schlagen.

Komfortable Sanitärausstattung

Ein komfortables Bad zeichnet sich durch leicht erreichbare und bedienbare Sanitäreinrichtungen aus. Waschbecken sollten Sie z. B. so platzieren, dass Sie sich auch im Sitzen waschen können. Spiegel sollten Sie zu diesem Zweck an der Oberkante des Waschbeckens ansetzen. Auch eine blendfreie, helle und dimmbare Beleuchtung trägt zum Komfort bei. Sehr praktisch sind außerdem Unterputz- oder Flachaufputzsiphons. Armaturen an Waschbecken wie Dusche lassen sich am besten einhändig ein- und verstellen. Besonders bequem zu betreten und zu reinigen sind Duschen, wenn sie bodengleich ausgeführt sind. Eine Sitzgelegenheit in der Dusche bietet Halt und erleichtert die Körperpflege. Auch WC-Komfort lässt sich relativ leicht realisieren. Es kommt nämlich zunächst einmal auf die richtige Sitzhöhe an. Zu empfehlen sind 46 bis 48 cm. Außerdem sollte das WC-Becken rundum Abstand zur Wand oder anderen Objekten haben (mind. 20 cm).

Bequemes und gesundes Schlafzimmer

Ein Drittel unserer Zeit verbringen wir im Schlafzimmer. Schenken Sie deshalb diesem Raum und seiner Bedeutung für einen gesunden Schlaf mehr Beachtung. Wichtigster Wohlfühlfaktor ist natürlich das Bett. Idealerweise hat es eine Höhe von 45 bis 50 cm und ist von drei Seiten zugänglich. Viel Komfort bietet ein Lattenrost, der höhenverstellbar ist. Auch die Matratze sollte den Körper optimal unterstützen. Es ist praktisch, wenn Lichtschalter vom Bett aus erreichbar sind und/oder Bewegungsmelder nachts Licht geben. Halten Sie bei der Planung und Einrichtung des Schlafzimmers ausreichende Bewegungsflächen ein – und zwar vor dem Bett (an einer Seite mind. 120 cm) und vor den Schränken (mind. 90 cm). Für mehr Platz lassen sich Schranktüren durch Schiebetüren ersetzen. Im Schrank hilft intelligente Ausstattung (z. B. Kleiderlift), den Stauraum optimal zu nutzen.

Ergonomie in der Küche

Für alle diejenigen, die gerne kochen, ist eine optimierte Arbeitshöhe in der Küche besonders wichtig. Sie gewährleistet ein ermüdungsfreies Arbeiten und sollte daher individuell und körpergerecht geplant werden. Backofen, Kühlschrank und Spülmaschine sind häufig zu niedrig angeordnet. Sie sollten sich statt unter der Arbeitsplatte in bequemer Greifhöhe befinden. Ein unterfahrbarer Bereich erleichtert zudem das Arbeiten im Sitzen (z.B. für Rollstuhlfahrer). Damit insgesamt genügend Bewegungsfreiheit herrscht, ist Platz von mindestens 120 cm als Durchgang erforderlich. Achten Sie bei den Schränken auf maximalen Stauraum und leichte Handhabung. Dafür sorgen in Unterschränken z.B. Schubladen mit Vollauszügen und ausgeklügelten Ordnungssystemen. Oberschränke können zur leichteren Erreichbarkeit mit einer Hebekonstruktion in der Höhe verfahren werden. Neben der indirekten Beleuchtung von der Decke sind Lichtquellen direkt oberhalb der Arbeitsflächen ratsam.

Einrichtung und Möbel für alle

Ästhetische und funktionale Ansprüche schließen sich bei modernen Einrichtungen und Möbel nicht aus. Immer mehr ausgereifte Komfortfunktionen stehen bei ansprechendem Design zur Verfügung. So bieten höhenverstellbare Schrankelemente, Arbeits- und Ablageflächen erhöhte Flexibilität für alle. Wandelbare Möbel und Inneneinrichtungen schaffen Räume, die leicht an wechselnde Anforderungen angepasst werden können. Schiebetüren oder Rollladen bieten nicht nur einen bequemen Zugriff auf den Inhalt von Schränken. Sie sind auch sicherer als Drehflügeltüren, weil man beim Öffnen nicht zurücktreten muss. Unachtsamkeit kann leicht zu Verletzung führen. Deswegen vermeiden Sie scharfe Ecken und Kanten an Einrichtungselementen. Achten sollte man auf eine leichte Bedienung. Das gewährleisten z. B. Bügelgriffe (Drehgriffe oder eingelassene Griffe sind ungeeignet), Führungs- und Dämpfungssysteme, ggf. mit elektrischer Bewegungsunterstützung.

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